Kurzzeitkennzeichen: Zuteilung ändert sich ab 1. April 2015
Wetzlar/Dillenburg, 24. März 2015
Der Missbrauch zur Verwendung von Kurzzeitkennzeichen war in der Vergangenheit stark angestiegen – so war zum Beispiel eine gravierende Zunahme des illegalen Handels mit Kurzzeitkennzeichen festzustellen.
Da die betreffenden Fahrzeuge in keinem Fahrzeugregister gespeichert wurden, hatte das gegenwärtige System der Zuteilung keinerlei Möglichkeiten, eventuellen Fahrzeugverschiebungen entgegenzuwirken. Durch den Weiterverkauf der Kennzeichen konnte der jeweilige Halter anhand des Registereintrags nicht festgestellt werden.
Die fehlenden Voraussetzungen von Typ- bzw. Einzelgenehmigung sowie Hauptuntersuchung bzw. Sicherheitsprüfung ließen zu, dass verkehrsunsichere Fahrzeuge trotzdem in den Verkehr gebracht werden können. Schließlich musste der jeweilige Versicherer des Kennzeichens auch für Unfälle im Ausland eintreten, wenn Fahrzeuge „über die Grenze“ verbracht wurden und in anderen Staaten Unfälle verursachten. Ein typisches Beispiel für Nutzungszwecke, die ursprünglich gar nicht vorgesehen waren, so Landrat Wolfgang Schuster.
Lücken im System müssen daher geschlossen werden – wesentliche strengere Vorschriften gelten ab dem 1. April 2015
Kurzzeitkennzeichen werden ab dem 1. April 2015 zugeteilt, wenn folgende Unterlagen bzw. Nachweise vorgelegt werden:

Muster Fahrzeugschein
 
  • Nachweis der Halterdaten
  • Elektronische Versicherungsbestätigung (eVB)
  • Ggf. Vollmacht und Ausweispapiere des Bevollmächtigten
  • Nachweis der Fahrzeug-Ident-Nummer, der Schlüssel-Nummer der Fahrzeugklasse und Aufbauart sowie des Herstellers des betreffenden Fahrzeugs
  • Nachweis einer bis zum Ablauf der Gültigkeit des Kurzzeitkennzeichens gültigen Hauptuntersuchung und
  • Nachweis der Betriebserlaubnis.
Fahrten ohne Hauptuntersuchung sind nach der neuen Regelung in folgenden Fällen möglich:
 
  • bis zu einer Prüfstelle im Zulassungsbezirk, der das Kennzeichen ausgestellt hat; ebenso Rückfahrten.
  • zur unmittelbaren Reparatur festgestellter erheblicher oder geringer Mängel in einer nächstgelegenen Werkstatt im Zulassungsbezirk, der das Kennzeichen ausgestellt hat oder in einem angrenzenden Bezirk und zurück. Dies gilt nicht für Fahrzeuge, die bei der Überprüfung als verkehrsunsicher eingestuft wurden.
Anlage: Fragen und Antworten als PDF
Kontakt für Fragen zum Thema beim Lahn-Dill-Kreis: Michael Reblin, Tel. 06441 407-2510.
Kreisausschuss des Lahn-Dill-Kreises, Susanne Müller-Etzold, Tel. 06441 407-1105

 

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