A- A A+

Gemeinde Dietzhölztal · Hauptstr. 92, 35716 Dietzhölztal · 02774 807 – 0 · info@dietzhoelztal.de

Menü

Ewersbach

Der Ort Ewersbach, der vielleicht 1232, sicher 1302 als Ebirspach erstmals in der schriftlichen Überlieferung erscheint, ist aus den drei Dörfern Berg-, Straßebersbach und Neuhütte hervorgegangen. Bereits 1818 war von der damaligen herzoglich-nassauischen Landesregierung der Zusammenschluss von Neuhütte und Straßebersbach verfügt worden. 1937 wurden Berg- und Straßebersbach zu Ewersbach vereinigt.
Erst im 15. Jh. vollzog sich im Umkreis der Kirche, wo die Herren v. Bicken eine Burg (wohl eine befestigte Hofanlage), später einen Hof besaßen, eine Dorfbildung, denn die Martinskirche war ursprünglich eine abseits der Siedlung liegende Feldkirche. Noch langsamer verlief die Siedlungsentwicklung im Bereich der um 1448 erbauten Neuhütte, wo lange Zeit nur die beiden Waldschmiede mit ihren Familien wohnten.
Alter Siedlungsmittelpunkt war dagegen Ebersbach „An der Straße“, das noch in Reisehandbüchern des 16. Jhs. als Etappenstation an der wichtigen West-Ost-Verbindung von Köln nach Leipzig erscheint. Hier war der Sitz des 1303 erstmals erwähnten Gerichtes, das als „redendes Wappen“ einen Eber in seinem Siegel führte. Es setzte sich aus einem Zentgrafen bzw. Schultheißen und zwölf Schöffen zusammen, die aus den zehn Gemeinden des Gerichtsbezirkes gewählt wurden. Seine Zuständigkeit umfasste sowohl die niedere, als auch die hohe Gerichtsbarkeit („über Hals und Haupt“). Gerichts- und Richtstätte war ursprünglich der Berg „Stein“ nahe Steinbrücken; erst nach dem Erwerb durch die Dillenburger Grafen 1486 wurde das Gericht in den Ort verlegt, wo die Landesherrschaft im 16. Jh. auch ein Amtshaus angekauft hatte.
Dem Kauf des Gerichtes waren mehr als 150 Jahre dauernde Auseinandersetzungen mit den Herren von Bicken, vor allem mit Philipp dem Alten, vorausgegangen. Denn diese Familie besaß Dorf und Gericht als Lehen aus der Hand der Herren von Molsberg, die damit ihrerseits von den rheinischen Pfalzgrafen belehnt worden waren. Die Gerichtsrechte stammten aus der Hand des Reiches; Dorf und Gericht dürften daher ursprünglich Königsgut gewesen sein. Diese Besitzverhältnisse lassen einen Zusammenhang mit dem 914 erwähnten Königshof in Haiger und seiner Übertragung an das Walpurgisstift in Weilburg vermuten, zumal 914/1048 die Dietzhölze die Ostgrenze der Haigermark bildete.
1725 wurde das Amt Ebersbach noch um das Amt Tringenstein vergrößert. Als nach dem Ende der französischen Herrschaft und den Regelungen des Wiener Kongresses das Dillenburger Land durch einen Vertrag mit Preußen an das Herzogtum Nassau gefallen war, wurde bei der Neugliederung des Herzogtums unter Herzog Wilhelm von Nassau das Amt Ebersbach am 01. Juli 1816 aufgehoben und mit dem Amt Dillenburg vereinigt.
2003 feierte Ewersbach seinen 700. Geburtstag.